"GLAUBE II:
... UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT ..."


40 Jahre DDR in Texten, Veranstaltungen und Kommentaren

14. Januar bis 09. April 2005, Maxim Gorki Theater (Studio)

Gesamtleitung: Armin Petras, Annette Reber, Peggy Mädler
Bühne: Ulrike Siegrist, Kostüme: Dorothee Scheiffarth
Regie / Konzept: ATAK, Remsi Al Khalisi, Jens-Uwe Bogadtke, Sascha Bunge, Susanne Chrudina, Gesine Danckwart, Ditterich von Euler-Donnersperg, Christin Eckart, Fil, Sebastian Hartmann, Volker Hesse, Sonja Hilzinger, Matthias Huhn, Peter Kastenmüller, Eberhard Köhler, Volker König, Daniela Kranz, Hans-Werner Kroesinger, Markus Kritzokat, Alexander Lang, Lukas Langhoff, Jörg Lehmann, David Marton, Peggy Mädler, Martin Meltke, Hans-Jochen Menzel, Mareike Mikat, Andrea Moses, Sven Mundt, müller2, Jenke Nordalm, Simone Pätzold, Armin Petras, Maik Priebe, Annette Reber, Ruth Reinecke, Johanna Schall, Bianca Schemel, Britta Schreiber, Katka Schroth, The art of PINGPONGCOUNTRY (Remco Schuurbiers, Bijan Dawallu), Anna Thalbach, Susanne Truckenbrodt, Kai Tuchmann, Andrea Udl, Tobias Vethake, Olga Wildgruber

Am 14. Januar 2005 wird mit der Uraufführung von Annett Gröschners Romanbearbeitung MOSKAUER EIS (Regie Sascha Bunge) die zweite Glaubenswerkstatt …UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT… im Studio eröffnet. Bis 09. April 2005 werden 40 Jahre DDR in mehr als 40 Veranstaltungen und Inszenierungen betrachtet. 40 Jahre DDR: das sind Daten und Ereignisse, die mittlerweile in Schulbüchern stehen. Gleichzeitig beschreibt dieser Zeitraum aber auch einen kulturellen Hintergrund mit Alltagsgeschichten und Sozialisationserfahrungen, der die Gegenwart prägt. Rückwärts zählend, mit dem Jahr 1990 beginnend und sich Jahr um Jahr dem Gründungsdatum 1949 nähernd, werden mehr als 30 verschiedene Regisseure, Musiker, Videokünstler, Wissenschaftler und Autoren kulturelle Fragmente aus den 40 Jahren DDR auf vertraute oder ungewohnte Plattformen übertragen. Die Künstler schauen dabei rückblickend nach vorn und überprüfen die erfolgreichen und gescheiterten Strukturen, Strategien, Inhalte und künstlerischen Formen. Die Veranstaltungen reichen von der Inszenierung, der Lesung, der Performance, der Diskussion, der Clubnacht und dem Konzert bis hin zur Film- und Hörspielinstallation. So verschieden die Biographien und gesellschaftlichen Prägungen der Künstler sind, so unterschiedlich wird ihr Blick auf den Stoff sein, auf seine künstlerische und inhaltliche Haltbarkeit. Dabei begegnen sich Generationen und Arbeitsweisen: neben Regisseuren, die meist an Staats- und Stadttheatern inszenieren, arbeiten Regisseure und Künstler, die in nichtinstitutionellen Kontexten zu Hause sind, neben bekannten Regisseuren werden noch unbekannte Regie-Studenten beauftragt. Die Macher von GLAUBE II legen Wert darauf, dass die Arbeit im Zusammenhang betrachtet wird, wie ein Festival, eine Versuchsreihe, eine experimentelle Anordnung. Der ideale Zuschauer hätte alle Abende gesehen, er würde eine Zeitreise erleben, in der politische Veränderungen, Verschiebungen des gesellschaftlichen Klimas und kulturpolitische Wechsel der DDR erfahrbar werden. Er würde sich, Schicht um Schicht zu einem utopischen Ausgangspunkt vorarbeiten. Und dabei unerwartete Funde machen. Zu den Quellen des Programms für ...UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT… zählt auch das Archiv des Maxim Gorki Theaters. Über viele Jahre wurden am Gorki Gegenwartstexte uraufgeführt. Manche Texte sind legendärer Teil der DDR-Theatergeschichte geworden, andere Autoren und Themen sind heute vergessen und unbekannt, fast wird es notwendig, sie zu übersetzen. Immer Freitags gibt es zusätzlich das Studio-Bar-Kino, mit einem Filmprogramm jenseits der bekannten DDR-Filmtops. Außerdem sind Gespräche mit Autoren, Diskussionen und thematisch begleitende Veranstaltungen geplant.